Coaching-Brief „War es das jetzt?“

 

 

Stellen Sie sich ab und zu Fragen wie „War es das jetzt?“ oder „Werde ich in meinem Leben noch einmal etwas Spannendes, etwas ganz Neues erleben?“?

 

Und während Sie so darüber nachdenken, sagen Sie sich vielleicht Sätze wie

 

„Hey, ist doch ganz gut so, wie es ist“

 

auf und Ihre innere Stimme suggeriert Ihnen Zufriedenheit? Warum auflehnen gegen die Lebensumstände?

So schlecht sind die doch nicht. Warum etwas verändern? Im Großen und Ganzen läuft es doch ganz gut. Nicht perfekt, doch unterm Strich sind Sie zufrieden. Oder nicht? Die gute Nachricht: Wenn Sie die letzte Frage mit „Nein“ beantworten, sind Sie damit nicht allein. Und was passiert, wenn Gedanken, mit denen Sie Ihr Leben infrage stellen, immer öfter und intensiver auftreten und Sie sich zunehmend unwohler fühlen?

Wenn Sie spüren, dass Ihr Leben in Routine versunken ist und es Ihnen schwerfällt, sich für etwas zu begeistern? Oder Sie hängen in einem Arbeitsverhältnis fest, das Sie zunehmend unterfordert, ja vielleicht sogar langweilt.

Wenn Sie dann auch noch feststellen, dass Ihre Partnerschaft oder Ihre Ehe in Routine erstarrt ist, ist es definitiv Zeit für eine Veränderung – auch, wenn Sie gar nicht so richtig unglücklich sind. Schließlich sollte es im Leben nur ein Ziel geben: glücklich zu werden. Und das mit allem, was dazu gehört.

 

„Aufbruchsgedanken kommen hoch, sie spüren, dass es an der Zeit ist, etwas zu ändern.“

 

Leider bleibt es zu oft beim halbherzigen Versuch. Euphorisch und motiviert gehen wir der neuen Sache nach, bis wir merken, dass es sehr anstrengend, ja sogar ungemütlich ist. Dann folgt oft die „Aufschieberitis“ oder wir finden Erklärungen, warum die Veränderung doch nicht so wichtig ist und wir sagen uns: „Morgen, ich beginne morgen damit!“ „Heute in einem Jahr wirst du dir wünschen, dass du bereits heute angefangen hättest.“

Warum ist das so?

 

Die Natur ist dafür verantwortlich. Sie möchte, dass wir sparsam mit unseren Ressourcen umgehen. Veränderungen kosten Kraft und Energie. Wir müssen uns anstrengen, um Dinge anders zu machen, und davor möchte die Natur Sie schützen. Es ist die Gewohnheit, die uns deutlich leichter fällt und weniger Engagement kostet.

 

Im Gewohnten fühlen wir uns sicher, das kennen wir.

 

Veränderungen hingegen sind unbetretenes Terrain. Was kommt, wissen wir nicht. Skepsis macht sich breit und deswegen scheuen wir Veränderungen so gerne. Die Folge: Willkommen im alten Trott! Haben Sie sich schon einmal bewusst gemacht, was Sie jeden Tag alles nach dem gleichen Schema machen? Sie fahren immer die gleiche Strecke zum Arbeitsplatz und wenn Sie dann ankommen, wissen Sie nicht genau, was in den vergangenen Minuten passiert ist. Haben Sie Ihrem Sitznachbarn in der Straßenbahn einen guten Morgen gewünscht? Wie viele Seiten haben Sie in Ihrem neuen Buch gelesen? Haben Sie vielleicht eine Geschwindigkeitsbeschränkung übersehen, während Sie in Ihre Autoroutine verfallen sind? Sie sind im Autopilot unterwegs. Das ist auch bei anderen Dingen oft so. Nur, wenn etwas plötzlich anders ist, wird uns der Moment bewusst, denn wir nehmen Neues viel intensiver wahr. Bauen Sie doch kleine Veränderungen in Ihren Alltag ein. Gehen Sie beispielsweise mal in einen anderen Supermarkt und probieren komplett andere Produkte aus. Durch das tägliche Üben, Kleinigkeiten anders zu machen, sich auf Neues einzulassen, wird sich Ihre Grundeinstellung Neuem gegenüber ändern. Es wird Ihnen dann auch leichter fallen, größere Veränderungen vorzunehmen und sich etwas zu trauen.

 

„Wir brauchen Strategien, um aus den Gewohnheiten auszubrechen.“

 

Wenn wir zu Neuem aufbrechen wollen, um Dinge zu tun, die uns anziehen oder von denen wir schon lange träumen, ist ein Zugang zu den eigenen tiefsitzenden Gefühlen ein erster Schritt.

 

Mit purer Willenskraft alleine ist es meistens nicht getan. Das verbraucht zu viel Energie und die Gefahr ist groß, bei aufkommenden Problemen wieder in alte Muster zurückzufallen. Denn die wenigsten strengen sich gerne an. Wie kann es gelingen, herauszufinden, was ich wirklich fühle? Welche Emotionen sitzen da in der Tiefe? Eine gute Möglichkeit ist, nach innen zu tauchen. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und vermeiden Sie für eine Weile (zunächst 15 Minuten) äußere Ablenkungen wie klingelnde Telefone, hupende Autos oder Musik. Diese Stille ist hilfreich, weil Ihnen jetzt nur noch eines übrig bleibt: Sie müssen sich auf sich selbst konzentrieren.

 

Vertrauen Sie auf Ihre Intuitionen, auf Ihr Bauchgefühl und beobachten Sie, welche Gedanken hochkommen. Sie werden feststellen, dass Gedanken kommen und gehen. Gedanken sind flüchtig. So ist es auch mit unseren Gefühlen, sie kommen und gehen und verändern sich. Lassen Sie sich von aufkommenden Gedanken nicht vereinnahmen. Es geht darum, herauszufinden, welche Gefühle ein bestimmter Gedanke bei Ihnen auslöst. In-sich-Hineinhören heißt, auf sein Herz zu hören. Was fühlen Sie? Wirkliche Veränderung kommt von innen, und das bedeutet, sich über seine Gefühle klar zu sein, sie anzunehmen und nicht dagegen anzukämpfen. Sie werden spüren, dass dies dann ganz leicht und kein Kampf mehr ist. Sie beginnen loszulassen.

 

 „Wie ist es möglich, dass wir uns verändern können?“

 

Sein Verhalten zu ändern, neue Dinge ausprobieren, das löst bei manchen die Befürchtung aus, ihr ganzes Leben, ihren Alltag, umkrempeln zu müssen. Veränderungen bedeuten für sie, das Alte hinter sich zu lassen – ohne Kompromisse und in allen Lebensbereichen. Der eigene Anspruch, alles immer gleich perfekt machen zu wollen, und die Idee, sein Vorhaben ohne jedes Zurückblicken durchzusetzen, klingen zwar sehr entschlossen, führen aber oft dazu, dass gar nicht erst mit der Veränderung begonnen wird. Wenn die Unzufriedenheit sehr groß ist, neigen manche Menschen dazu, alles zu hinterfragen und in der Konsequenz alles ändern zu wollen. Das ist dann zu viel, keiner schafft alles auf einmal – und das fordert auch niemand, außer man selbst. Es ist viel wichtiger, überhaupt erst einmal anzufangen, einen Versuch zu starten. Beginnen Sie mit einfachen Änderungen. Es ist besser sich zu sagen, ich trinke ab sofort täglich ein Glas Wasser zusätzlich, als sich zu sagen, ich trinke keinen Alkohol mehr. Das Weglassen von gewohnten Dingen, auch wenn diese uns nicht guttun, kann nämlich als Verlustangst zu uns zurückkehren. Zudem steigt bei radikalen Veränderungen die Gefahr, dass das Weglassen des Gewohnten so sehr unser Denken bestimmt, dass wir immer wieder an die „alten Zeiten“ und die Leichtigkeit der bekannten Rituale zurückerinnert werden.

 

Da kann es leichter sein, zunächst kleine positive Veränderungen anzugehen und sich darauf zu konzentrieren.

 

„Jeder Mensch trägt in sich die Kraft, Veränderungen herbeizuführen.“

 

Noch ein Hinweis aus dem mentalen Bereich:

 

Wer etwas Neues ausprobiert, seine Chance darauf ergreift, der stärkt sein Vertrauen in die eigenen Kräfte mit jeder kleinen Änderung – und damit erhöht sich auch das Selbstvertrauen. Sie merken plötzlich, wozu Sie in der Lage sind, wenn Sie es nur wirklich wollen, und verlieren die Angst vor dem Neuen. Aus einer ersten positiven Erfahrung mit Veränderungen können sich weitere Schritte entwickeln, die Sie an Ihr Ziel bringen. „Es geht also ums Machen und nicht ums (sofortige) Können.“ „Ich möchte mehr Sport treiben“, ist ein guter Vorsatz, jedoch ist er zu unkonkret. Überlegen Sie sich, was genau Sie machen möchten, und dann legen Sie einen Termin fest für Ihr Fitnessprogramm fest. So hat der Vorsatz das Potenzial, zu einem Ritual und einer festen Verabredung mit sich selbst zu werden, die Sie nicht absagen können. Und dann geht´s los: Machen Sie kontinuierlich kleine Schritte nach dem Motto: Wer langsam geht, kommt schneller voran als der, der gar nichts tut. Bis Ihr neues Verhalten zur Gewohnheit wird, kann es etwas dauern.

Da hilft nur, geduldig zu bleiben. Irgendwann ist das Neue für Sie ganz normal, es passiert automatisch und es würde Ihnen fehlen, wenn Sie es nicht mehr machen würden. Wenn Sie das merken, ist es an der Zeit, die nächste Sache anzugehen. Sie sind nun bereit für die nächste Hürde, die Sie genauso angehen wie die erste – nur, dass Sie jetzt deutlich weniger Angst haben werden.

 

„Neue Gewohnheiten entstehen nur durch Handeln und eben nicht aus Verzicht.“

 

Was haben diese Zeilen bei Ihnen ausgelöst? Im besten Fall haben Sie Lust, aktiver zu werden und mehr auf sich zu achten. Sie wissen nun ja, mit welch einfach umsetzbaren Methoden eine Veränderung zu erzielen ist. Vielleicht möchten Sie nun auch jemand anderen motivieren, eine positive Veränderung zu starten. Wer andere stark macht, wird dabei selbst stärker.

 

„Ihre Einstellung und Ihre Überzeugungen entscheiden darüber, wie Sie sich fühlen, nicht die Umstände.“ Ich wünsche Ihnen alles Gute, sowie viel Spaß bei der Umsetzung der neuen Impulse.

 

Herzlichst,

Malkiel